Easywriters “Festival Check” #29 – SZIGET Festival 2015

By 21. August 2015 Music, Movie & Video, Others

Zurück in die Zukunft. Bereits 2011 waren wir auf dem SZIGET Festival in Budapest zu Gast. Nun also noch einmal, im Auftrag des Easywriters Festival Checks. Soviel können wir vorweg nehmen, würden wir ein Top Ranking der Festivals aufstellen, das SZIGET liefe außer Konkurrenz. Da kommt einfach nichts ran, da passt einfach alles.

Allein die Location ist einzigartig: Auf der Donauinsel Óbuda, der „Island of Freedom“, treffen hochkarätige internationale Mainacts auf lokale Bands. Hier kann man Volleyball spielen, in den Zirkus gehen, an Workshops teilnehmen, … hier mischen sich Theater, Kunst, DJ-Sets und Konzerte zu einem unvergesslichen Urlaubserlebnis. Vielleicht ist es genau das, es ist weniger ein Festivalerlebnis, sondern vielmehr ein 7-Tage Urlaub mit unglaublich vielen Unterhaltungsmöglichkeiten. Und 400.000 Besucher jährlich können ja schließlich nicht irren! Aus dem Geheimtipp ist ein Must-See geworden. Checkt den Aftermovie von 2014, da kommt einfach alles rüber. Dann starten wir aber mit dem Check des mittlerweile 23sten SZIGET Festivals …

Day 1 – Oh mein Gott dieser Himmel

Montag, 7:15 Uhr, Bahnhof München. Gleich zu Beginn der ultimative Tipp: Sitzplatzreservierung für den Zug, die bestangelegtesten 9 Euro eures Lebens! Der Zug war sofort rappelvoll und 7,5 Stunden in den Gängen zu stehen macht wohl keinem wirklich Spaß. Angekommen in Budapest ist es am einfachsten mit dem Taxi direkt zur Insel zu gelangen, gerade mal 5 Euro pro Person, cool! Wir waren froh über unsere Presseakkreditierung, denn auf der Brücke hat es sich schon gut gestaut. Da es ja der erste Festivaltag war, sollten genügend Zeltplätze frei sein, ein toller Schattenplatz wär doch was. Fehlanzeige! Wir haben ewig gesucht und doch nichts mehr gefunden, also auf gut Glück neben einem Baum das Zelt aufgeschlagen, mit der Hoffnung, die Sonne würde sich morgens etwas mehr Zeit lassen.

So, los gehts! Geiles Gefühl wieder hier zu sein. Fühlt sich heimisch an. Beim ersten Bier dröhnte Marteria aus den Boxen, na gut, lass das unser Motto für die nächsten Tage sein. Was steht denn eigentlich für heute auf dem Programm, es ist ja immerhin schon 18:00 Uhr!? Festhalten, gestartet wird nämlich mit Fuckin Robbie Williams! Als 2011 noch Prince unser absoluter Entertainer war, wussten wir, Robbie kommt da sicher auch ran. Ob man die Radio Musik nun gut oder schlecht findet ist ja wohl egal, er ist nun mal ein Superstar und Entertainer par excellence. Wir wurden nicht enttäuscht, klasse Entertainment! Weitergefeiert haben wir dann im Colosseum, aus Paletten aufgebaut, ultracooler Spot! Rave und Techno satt. Doch gegen 3:00 Uhr konnten selbst wir nicht mehr, Zeit die Luftmatratzen zu testen …

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Day 2 – Gettin‘ High

Die sollte sich doch Zeit lassen!!! Aber nein, Punkt 8:45 Uhr knallte die Sonne so heftig auf unser Zelt, dass ich dachte, durch die Zelthülle hindurch den Sonnenbrand meines Lebens zu bekommen. Also rausgequält, Zähne geputzt und ab an den Beach. Die Liegeplätze sahen ultrachillig aus, es war nicht allzuviel los und die Musik war so sphärisch, perfekt für ein paar weitere Stunden Schlaf. Nach unserem Schönheitsschlaf haben wir uns dann mit 2 Girls aus Slowenien angefreundet, besser gesagt, ihre Runde „gejoint „. Viel zu high verballerte uns die Musik dann so sehr, dass wir gefühlte 4 Stunden regungslos dalagen und die Musik feierten. Das war übrigens ein 24h Set von DJ Roenje & DJ Moosz, sehr treffend auch der Name des Sets: Horizontal Dancing DJ Set.

Nachdem wir den YakiWeg des Wissens hinter uns gelassen haben, ging es traditionell zum nahegelegenen Supermarkt. Zeit für Powerfood: PICK Salami, Käse, Paprika und Tomaten, dazu noch jeder 2 Bier. Gegessen wird natürlich vor dem Supermarkt auf der Wiese. Wieder zurück auf der Insel, ging es erstmal duschen. Es hatte die ganzen Tage ca. 40 °C, also eine sehr heiße und staubige Angelegenheit. Auf Gentleman haben wir verzichtet, das ist mal gar nicht unser Ding. Viel eher da schon unsere Powerfrau Florence Welch. Um 21:30 Uhr ging das Konzert auf der Mainstage los, wir hatten super Plätze und waren gespannt. Ich selbst hab Florence + The Machine schon 3x live gesehen, doch die SZIGET Mainstage toppt nochmals alles. Gänsehaut pur! Eine Diva vor dem Herrn, welche den gestrigen Auftritt von Robbie im Schatten stehen ließ. Über 90 Minuten rannte und tanzte Florence über die Bühne, als ob es kein Morgen mehr gäbe. Unfassbar grandios! Die Königin von Budapest. Jetzt schon Platz 1 des Rankings … Im VIP Bereich haben wir uns dann noch viel zu viele Mojitos gegönnt, an den Food Ständen Pizza & Lángos gefuttert und dann ab ins Mirror Zelt. Dort lief ebenfalls Elektro Mucke. Wie immer bei uns wurde es viel zu spät …

 

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Day 3 – Dutch girls do it better

Das ist jetzt heiß und muss gegessen werden. Um 9:00 Uhr morgens war es wieder unmöglich, weiter in unserer Zeltsauna zu schlafen. Wie am Tag zuvor machten wir uns auf zur Chillarea am Strand. Da sich dieser Geheimtipp wohl herumgesprochen hatte, sah es platztechnisch nicht mehr gut aus. Es erinnerte ein bisschen an ein Flüchtlingslager, sodass wir uns wie die Ölsardinen irgendwo dazwischenquetschen mussten. Somit ist aus unserem „Relaxplan“ auch nichts geworden. Die Sonne brannte jedoch weiter. 43 Grad!!! Unsere Wanderung bis zur VIP-Lounge konnte man mit einer Wüstendurchquerung der Sahara vergleichen. Dort angekommen, hatten wir jedoch genug Platz & Schatten. Doch schon wieder Mojito oder Bier? Ne! Wir haben den Cider für uns entdeckt.

Als die Nacht über die Donauinsel hereinbrach, hatten wir uns fest vorgenommen Alt-J, CRO und Tyler The Creator zu sehen. Voll im Timing gings zur Dusche, doch die ist wohl ein paar Minuten zuvor kaputtgegangen! Was machen? Wirklich so dreckig bleiben? Ach, wir entschieden uns ja sowieso ales easy zu nehmen und in den Tag hinein zu leben, also haben wir uns erstmal ein Bier geholt und wollten dann später nochmals schauen. Dieses Vorhaben wurde jedoch von zwei reizenden Holländerinnen verworfen. Wir erhielten einen kleinen Sprachkurs in einer der wohl schönsten Sprachen der Welt. JE BENT MOOI … Aus dem einen Bier wurden 2 oder 3, Alt-J hatte schon längst die Bühne verlassen und CRO haben wir dann auch noch verpasst. Doch immerhin haben wir noch 2 Tracks von Tyler mitbekommen. Mit den Mädels haben wir dafür noch gut weitergefeiert …

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Day 4 – Happy with Konfetti

Nachdem wir den kompletten Tag damit verbracht hatten, unseren Cider-Kater mit viel Wasser zu bekämpfen und diverse Leckereien auf dem Gelände getestet hatten, verabredeten wir uns mit den zwei blonden Holländerinnen zu The Ting Tings, Foals & Labrassbanda. Die zwei Girls kannten Labrassbanda zwar nicht, jedoch gefiel es ihnen außerordentlich gut. Sie verstanden kein Wort (mal ehrlich, nicht mal wir verstehen alles, was die Jungs da singen), doch zum Abgehen braucht es manchmal nicht mehr, als rockige Blasmusik aus dem Süden Deutschlands. Der Knaller an diesem Tag waren aber die Ting Tings. Ultrabrutale Power auf der Stage. Danach gab es die Konfetti Party, super geeignet für einen tollen Selfie 🙂 Im Colosseum haben wir uns dann noch die volle Ladung Dixon gegeben. Und Cider.

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Day 5 – Marina is the hottest!

Langsam wurde es Ernst. Die Kraft und Power schien allmählich nachzulassen. Und die Sonne machte es nicht einfacher. Kopfschmerzen und Dehydrierung standen auf dem Programm. Doch Abenteurer lassen sich wegen Kleinigkeiten nicht aufhalten. Musik musste her und zwar schnell. Marina, die wir 2011 schon gesehen hatten, betrat im lila Einteiler die Bühne und uns fielen die Augen aus. #marinaisthehottestchic. Musikalisch ist sie ihrem poppigen Sound von 2011 treu geblieben, jedoch gibt es einige Tracks, die gerade live unfassbar rocken. In Ungarn scheint sie eine von den ganz ganz Großen zu sein, denn um uns herum kannten sowohl Männer als auch Frauen jeden ihrer Songs auswendig. Nach einem kurzen Holifestival ging es rockig weiter mit Kasabian. In gewohnter Manier lieferten diese fett ab.

Nach einem Aufenthalt in unserer Lieblingslocation, der VIP Area, freuten wir uns zusammen mit den Dutchgirls auf The Gaslight Anthem. Blue Jeans & White T-Shirts. Darauf haben wir uns so gefreut. Wir wussten zwar um das aktuelle, echt schlechte Album, doch einige Hits werden sie schon bringen, oder? Doch leider gab es eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Keiner unserer Lieblingssongs wurde gespielt und somit blieb der erhoffte Energieschub leider aus. Schade! Nun hieß es also zusammenreissen, Kraftreserven voll ausschöpfen und bei Blasterjaxx in der Telekom Arena voll abgehen. Ein ganzes Zelt voll von holländischen Technofans … POWER!

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Day 6 – Major Lazer oder einfach nur der schlechteste Gig aller Zeiten

Die letzten Krümel Motivation wurden zusammengekehrt und in den Frühstückskaffee geworfen. Schon besser. Auf zum letzten Festivaltag für uns. Das Wetter war bisher bombastisch, auch an diesem Tag hatte es locker 40°C. Major Lazer und Kings of Leon standen als Hauptact für den Abend fest. Davor hatten wir die Ehre, Zeugen vom Auftritt von Jet Rebel aus Holland zu werden. Was für ein Teufelskerl! Ultrageiler Sound mit einer noch besseren Show! Der Typ stand am Schluss nur noch in Shorts da und rockte das A38 Zelt sowas von ab. Mit den holländischen Girls ging es dann noch in den Abilitypark. Dort durften wir erfahren, wie es sich anfühlt, blind Fußball zu spielen und blind Fahrrad zu fahren. Achtung: Verletzungsgefahr!

Aber jetzt ab zur Mainstage! Da „Lean on“ bisher der einzige bekannte Track von Major Lazer ist und wir sowieso sehr optimistisch sind, konnte da doch nichts schiefgehen. Sicher ne fette Show. Doch ohje was soll ich sagen. Unfassbar peinlich, fast schon zum Fremdschämen. Was die da abgeliefert hatten ist mit das schlechteste, was ich je gehört habe. Soundsnippets und wieder das blöde Rumgerappe und Aufforderungen an das Publikum, die Hände hochzustrecken. Immer und immer wieder. Kein richtiger Song. Die große Frage, die sich uns stellte war, warum zur Hölle da so viele mitmachen und nicht alle gesammelt den Platz verlassen? Oberschlecht die DJ Crew. Da doch lieber die Action von MØ (Siehe Video). Wir sind nach 10 Minuten verschwunden und haben uns erstmal einen Wein gegönnt. Also 3 Flaschen Wein. Kings of Leon gaben wir uns dann vom VIP Bereich aus. Paloma Faith machte in ihrem roten Kleid zwar optisch gut was her, doch der Sound war nicht so unserer. Also wie jeden Abend ab zum Raven. Ein letztes Mal. Dieses Mal aber zu Ellen Allien. Das geht klar. Gute Nacht, Sziget!

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Day 7 – Ein Sturm zieht auf und wir ziehen ab

Ist das nur ein Traum? Sturm und Regen? Puh, was für ein Timing. Da es für uns heute wieder Richtung Heimat ging, war uns das gerade herzlich egal. Das Zelt wollten wir sowieso stehen lassen und so hatten wir es wenigstens etwas kühl beim Zusammenpacken. Ein Kaffee auf dem Weg, noch ein letzter Gang über das Gelände, dann ab mit dem Taxi zum Bahnhof. Die Rückfahrt im Zug ist zwar nie schön, doch auch hier lohnte sich wieder die Sitzplatzreservierung. Angekommen in München fehlte irgendwas. Der Cider? Die Musik? Das Gefühl, nur in den Tag hineinzuleben? Danke Sziget, es war uns ein Fest. Obwohl wir echt zu alt für den Scheiß sind, oder uns zumindest zu alt dafür fühlen, kommt doch immer der ein oder andere Gedanke, gespannt auf das Line Up fürs nächste Jahr zu schielen und vielleicht doch nochmal den Ausflug nach Budapest zu wagen.

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Unsere TOP 5 Acts

  1. Florence + The Machine
  2. Jet Rebel
  3. Robbie Williams & The Ting Tings
  4. Kasabian
  5. Marina and the Diamonds

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Mehr Infos zum Sziget Festival:

http://szigetfestival.com/

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4 Comments

  • Reply Eva 22. August 2015 at 18:55

    Hey! It’s one of the Slovenian girls here haha. I admittedly had to use google translate to understand anything, but I loved your week recap! It was fun meeting you during the horizontal dance party. 🙂

    • Laonda
      Reply Laonda 24. August 2015 at 10:56

      Hey Eva! Hope your fine! Yes it was fantastic, tell me something about the B.my Lake Party!

  • Reply Easywriters „Festival Check“ #47 – Das Donauinselfest in Wien | easywriters 27. Juni 2017 at 9:33

    […] der Festivalbesucher. Das Ganze erinnert aber sehr stark an mein absolutes Lieblingsfestival, das Sziget in Budapest. Viele Bühnen, viel Programm, für jeden etwas dabei und dann auch noch drei volle Tage und der […]

  • Reply Happy Birthday Sziget – 25 Jahre „Island of Freedom“ | easywriters 4. August 2017 at 15:09

    […] dem größten (und unserer Meinung nach besten) Musikfestival Europas in Budapest gefeiert haben (hier der Festival Check). Zum 25. Geburtstag vom Sziget wollen wir es jetzt noch mal […]

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