„SHAKA“- Kinopremiere in München: From white Slopes to Whitewash

By 19. Oktober 2018 Health & Sports, Lifestyle, Music, Movie & Video

© Quiksilver

Im vollbesetzten Filmtheater am Sendlinger Tor brandet Szenenapplaus auf, als Snowboardprofi Mathieu Crepel das ultimative Ziel seiner zweijährigen Entwicklungsreise hin zum Big-Wave-Surfer nach gut 85 Minuten Filmlaufzeit endlich erreicht. Es ist natürlich die Schlüsselszene der neusten Quiksilver Produktion „SHAKA“ und sie funktioniert wie der Tränendrücker zur Primetime am Samstag Abend. Das (Welt-) Premieren-Publikum hält kollektiv den Atem an, als Crepel zum allerersten Mal in die legendäre „Jaws“-Welle vor der Küste Hawaiis paddelt.

Spätestens in diesem Moment ist für ihn die Zeit rationalerer Rückbesinnungen vorbei, als Option bleibt nur noch aufstehen, fahren und möglichst lange stehen bleiben. Um zu verstehen, dass dies im Fall beinahe haushoher Wassermassen von bis zu 20 Metern selbst für Profisurfer alles andere als ein Ponyritt ist, muss man selbst nichtmal Boarderfahrung mitbringen. Klar ist: Ein Fehler kann hier nicht nur zermatschte Gliedmaßen und kritische Brüche, sondern oft auch ein nasses Grab zur Folge haben. Das passiert hier natürlich nicht, wäre ja auch ein Scheiß Ende für ein so inspirierendes Grundthema, das da wäre: „Entdecke die Welt, verlass deine Comfort-Zone und hab verdammt viel Spaß dabei!“ Mathieu Crepel jedenfalls bezwingt seinen selbsterwählten Moby Dick bravourös – und den Spaß sieht man seinem freudestrahlenden Gesicht nicht nur im Anschluss an den spektakulären Wellenritt im Abspann, sondern auch bei der Q&A nach Ablauf der Credits an.

Er ist sichtlich und zurecht stolz auf sein Machwerk, das er vor zwei Jahren als Gemeinschaftsprojekt mit Regisseur und Schulfreund Morgan Le Faucheur (Almo Film) begonnen und mit der Erstaufführung am gestrigen Donnerstag, 18.10.18, in den Orbit entlassen hat. Mission complete und Chapeau zu Quiksilvers neustem Outdoorsports-Machwerk, das anhand der Geschichte und sportlichen Entwicklung seines Protagonisten nicht nur die cineastische Brücke zwischen den pulververschneiten Berggipfeln Frankreichs und den so malerischen wie legendären Surfspots Hawaiis schlägt, sondern auch den Storytelling Part der Produktion irgendwie recht überzeugend rüberbringt.

Natürlich geht es auch hier im Sinne der Genre-Konformität in erster Linie nicht um inhaltliche Dramaturgie und selbstkritische Reflexion (sind wir nicht irgendwie lebensmüde?), sondern vor allem um spektakuläre Actionshots vor atemberaubenden Kulissen, die man von so einem Film zurecht erwarten darf. Folglich fällt es auch nicht schwer, sich beim Zuschauen in kürzester Zeit mit gepackten Koffern in ein Flugzeug auf dem Weg in Richtung Äquatornähe oder mit Brett bewaffnet in unberührten Pulverschnee zu wünschen, so schön sind die Aufnahmen der Drehorte, die Mathieu Crepels Weg vom gefeierten Snowboardprofi hin zum Big-Wave-Surfer unterstreichen. Und dennoch schafft die nach dem Surfergruß „SHAKA“ benannte Produktion noch ein bisschen mehr als Fernweh und Kopfkino. Nämlich die Gewissheit, dass erfolgreiche Extremsportler zwar verdammt verrückt sind, für ihre beispiellosen Cojones aber tonnenweise Respekt verdient haben. Schon allein, weil es wirklich Laune macht sich das ganze von der bequemen Sicherheit eines Kinosessels oder Sofas aus anzusehen. Ach, und natürlich, dass man im Leben mit dem richtigen Willen alles erreichen kann. Ganz vergessen…

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