Realness vs. Wellness: Ein Wochenende in Südtirol im Vitalpina Hotel Bergidyll Tratterhof

By 6. August 2018 Easy Travel, Lifestyle, Travel

Was ist denn mit der Realness? Alle nur noch Wellness! Diese Zeilen von Marsimoto passen ganz gut zu unserem Wochenende im Vitalpina Hotel Bergidyll Tratterhof in Südtirol. Auf der einen Seite steht Stefi, Wellness Freak und die Devise fest verinnerlicht: Einfach mal endlich Nichtstun. Und das aber richtig. Auf der anderen Seite habe ich mich positioniert. Am Pool liegen, ja, aber nur um maximal fünf Minuten zu überlegen, was man jetzt anstellen könnte, die Zeit rennt einem ja schließlich davon. Ein krasser Gegensatz auf jeden Fall, aber warum soll oder kann denn nicht beides möglich sein? Wir haben es herausgefunden.

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Freitag, Sommerurlaubsbeginn in Bayern und Baden-Württemberg, es wird wohl eng auf den Straßen. Unser Ziel liegt in Südtirol, genauer gesagt in Meransen. Unser Mindset war also allen Überlegungen und Prognosen zufolge schon auf Stau und Hitze auf dem Brenner eingestellt. Doch auf wundersame Art und Weise benötigten wir für die Strecke von Tür zu Tür gerade mal drei Stunden, die Straße war frei, Zeit für einen Espresso war auch noch – Wahnsinn! Angekommen im Bergidyll Hotel Tratterhof auf ca. 1.500 Meter war erstmal durchschnaufen angesagt, für uns und den Volvo.

Das Hotel gehört zu der Vitalpina Hotelgruppe in Südtirol und liegt mitten im Ski- und Wandergebiet Gitschberg Jochtal. Geboten wird so einiges, die gemütlichen Zimmer mit rustikalen Holzelementen schauen nicht nur wahnsinnig schön aus, alle Zimmer verfügen auch noch über den grandiosen Bergblick. Den kann man natürlich am besten vom Balkon aus betrachten. Ich meine, schaut euch nur mal das Bild an! Aber es wird noch besser: Ein toll designtes Spa mit Saunen, Whirlpools und Ruhezonen laden natürlich geradezu zum Wellness Wochenende ein. Ach ja, einen Infinity Pool gibt es natürlich auch noch. Und einen Innenpool.

 

Culina Alpina (Lateinisch für „Alpine Küche“) und das Blitzlichtgewitter

Da wir ja nicht allzu spät ankamen, gab es noch Abendessen. Wie jeden Abend steht hier etwas anderes auf dem Programm. So gibt es den Tiroler Abend mit Spezialitäten aus der Region, einen Barbecue Abend und eben freitags den Fine Dining Abend. Dieser Fine Dining Abend wartet mit nichts anderem als einem Sieben-Gänge Menü auf, das so grandios und überraschend war, dass wir nicht weniger als die volle Punktzahl von 10/10 Punkten vergeben konnten. Ich meine, wie liest sich das? Kalbscarpaccio, Weißweinsuppe (habe ich noch ein 2tes Mal bestellt, super lecker!), Knollen-Sellerie-Ravioli mit Wachtelbrust und Trüffel, Zitronensorbet (als Zwischengang!), Rinderfilet mit Pastinakenpüree und Gänseleber, Vanillecreme mit Waldfrüchten und Heueis. Hammer. Vielen lieben Dank an dieser Stelle an Mirko und sein Team, der Service im Tratterhof ist genau wie das Essen: einfach perfekt! Nun wurde es Zeit für einen Old Fashioned und fürs Bett. Der Ausblick vom Balkon bot an diesem Abend noch einen Blockbuster, ein Gewitter über dem Tal war wohl der perfekte Abschluss für den ersten Abend.

 

Das Wandern ist nicht Stefis Lust

Was ist denn nun mit der Realness? Eine der drei Säulen, auf denen das Konzept der Vitalpina Hotelgruppe in Südtirol basiert, ist ja schließlich das Aktivsein! Vom Tratterhof aus gibt es mehrere Möglichkeiten eine Wanderung zu starten. Da es ja aber kaum etwas schöneres als einen Bergsee gibt, stand das Ziel schon fest. Durch das Altfasstal ging es zum Seefeldsee, der auf Google Maps den viel schöneren Namen „Lago Grande“ hat. Bereits nach zehn Minuten ging aber das Gejammer von Stefi los. Das Wetter sei so toll, am Pool wärs doch viel schöner, warum anstrengen wenn man relaxen kann? So ging das dann weiter und weiter, nur kurz erwähnt – die Strecke ging geradeaus und war null anspruchsvoll. Das gehört halt auch dazu und ist ja gar nicht schlimm 😉 Nach etwa 1,5 Stunden kamen wir dann an der Pranter Stadelhütte an, wohlbemerkt, die Strecke wäre in 45 Minuten gut und easy zu bewältigen gewesen. Aber wir hatten ja Zeit. Jetzt was tun? Nachgeben und am Pool chillen? Natürlich nicht. Für Stefi mietete ich ein Mountainbike für die Rückfahrt, für mich sollte es zum See hoch gehen.

 

Realness oder auch der Kampf ums Überleben

Los geht es also, in einer Stunde sollte ich am See oben sein – dachte ich. Nach den ersten Metern (etwa 50) musste ich die erste Pause einlegen, ich war so außer Puste und hatte keine Power mehr. Vor mir war nur dieser große Berg, ist der See etwa ganz da oben? Ja, wahrscheinlich schon, da habe ich mir was eingebrockt. Es ging wirklich sehr sehr steil nach oben. Ich setzte einen Schritt vor den anderen und hoffte, ich würde es schon irgendwie schaffen. Nach einer gefühlten Ewigkeit, der brennenden Sonne ausgesetzt, hob ich meinen Blick wieder und stellte entsetzt fest, dass die Bergwand jetzt noch steiler, höher und massiver aussah, beim Blick zurück fiel mir auf, dass ich immer noch erkennen konnte, was auf der Speisekarte stand, so nah fühlte ich mich meinem Startpunkt.

 

Kurzum: Es hatte keinen Sinn. Um der Gefahr zu entgehen mir einen Hitzeschlag einzufangen, band ich mir mein T-Shirt um den Kopf und kämpfte mich hechelnd hinauf. In Gedanken war ich auf dem Mount Everest, wohlgemerkt in der Todeszone. Realness pur, ein wahnsinniger Überlebenskampf, ich gegen die Natur, gegen meinen inneren Schweinehund. Was diese heldenhaften Zeilen stört, waren die Familien mit kleinen Kindern, die mir bei ihrem Abstieg entgegenkamen. So viel Ehrlichkeit muss sein. Ob Stefi wohl schon am Pool liegt und sich einen Piña Colada gönnt? Es hilft nix, weiter gehts. Mit letzten Kräften hab ich es dann doch noch geschafft, vor mir lag der Lago Grande. Gefühlt stand ich auf dem Gipfel vom Everest, geiles Gefühl!

 

Wenn mir etwas leicht fällt, ist es der Abstieg ins Tal. Aus mir wäre sicher ein guter Mountainrunner geworden, wenn es eben nur bergab- und nicht auch bergauf gehen würde. Angekommen in der Pranter Stadelhütte belohnte ich mich mit einer Auszeit und Brotzeit. Den Rückweg trat ich aber ebenfalls in den Pedalen an. Zeit für Pooltime.

Alles nur noch Wellness

So, nun also chillen am Pool. Nach zehn Minuten wollte ich mal die Saunen testen, bestimmt gut für die beanspruchten Muskeln. Wer die Wahl hat … Es standen die Outdoor-Erlebnis-Sauna, die Finnische Panorama-Sauna, das Dampfbad, die Biosauna, die Infrarotsauna und die Kindersauna zur Auswahl. Klar fiel die Wahl auf die unglaubliche Panorama Sauna. Wenn ich mir jetzt noch etwas wünschen könnte, dann wäre es der Winter auf Knopfdruck. Hier drin sitzen, während draußen der Schnee tobt: unglaublich!

 

Auf meinen Vorschlag, nun vielleicht noch etwas zu unternehmen, Minigolf spielen in Meransen zum Beispiel, oder den Ort zu erkunden, erhielt ich keine Zustimmung. Ich entschied mich für eine kleine Fototour rund ums Hotel, Ausruhen ist einfach nichts für mich. Doch vielleicht ist es genau das, was mich zur Ruhe kommen lässt. Die Zeit in der Natur, alles aufsaugen zu wollen, dieses Gefühl lebendig zu sein. „Der Mensch hat überhaupt nichts gesehen, wenn er nichts gefühlt hat.“ Thoreau wäre wohl stolz auf mich.

 

Am Abend wurden wir wieder mit einem köstlichen Menü verwöhnt (inkl. wahnsinnigem Dessertbuffet!), spätestens danach machten sich der Tag und die Wanderung bemerkbar. Obwohl im TV Alf lief, schlief ich ein, das will was heißen.

Ein bisschen Wellness gab es dann auch noch für mich

Am Sonntag startete ich schon sehr früh, gegen 6:00 Uhr ging es wieder auf Fototour, danach gemeinsam zum Frühstück. Da ein sonniger Tag wartete, legten wir uns gleich nach dem Frühstück an den Pool, denn heute wurde die Reihenfolge getauscht: erst Wellness, dann Realness. Es ging nämlich noch mit der Seilbahn hinauf zum Gitschberg-Jochtal. Danach folgte leider der Check-Out. Gefühlt viel zu früh mussten wir zurück nach München, hier hätten wir auch gerne länger bleiben können. Selten haben wir uns so wohl gefühlt in einem Hotel. Das Design, die vielen Wellness-Möglichkeiten (für Stefi), die Landschaft, das Essen und vor allem das gesamte Team vom Bergidyll Hotel Tratterhof brachte unseren Geschmack sowas von auf den Punkt. Vor kurzem waren wir ja im Design Hotel Tyrol zu Gast, zu Gast, ebenfalls Mitglied der Vitalpina Hotelgruppe in Südtirol, und schon da waren wir erstaunt, was Südtirol zu bieten hat. Es muss nicht immer noch weiter und exotischer sein, hier kommt man endlich mal wieder zur Ruhe und genießt. Ob man nun ein Wellness oder ein Realness Typ ist, hier ist man bestens aufgehoben!

Vielen Dank an dieser Stelle an das Bergidyll Hotel Tratterhof und der Vitalpina Hotelgruppe in Südtirol für den Aufenthalt, es war wunderschön bei euch!

(Ach ja, die Wellness für mich: Ich habe mir ein Zirbenkissen aus dem Hotel gegönnt, darauf hatte ich nämlich während unserem Aufenthalt den besten Schlaf meines Lebens!)

 

www.tratterhof.com

www.vitalpina.info

 

 

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