„Man kann den Schuss förmlich hören“ – Hochstände by Robert Götzfried

By 15. April 2015 Art, Design & Photography

Hochstände kennt jeder von uns. Die alten, teils schon morschen Holzkonstruktionen stehen versteckt im Wald, neben der Lichtung. Es ist still, es wird beobachtet und dann fällt der Schuss.

Diese Szenerie setzt Robert Götzfried in seiner neuen Serie „Hochstände“ jetzt auf seine ganz eigene Art & Weise um. Sein Stil ist geprägt von menschenleeren Räumen, die wir aus dem Alltag normal nur in Bewegung kennen. Pools, Kinosäle oder Kegelbahnen. Wo normalerweise Leben und auch Chaos herrscht, zeigt uns Robert die Locations in einem ganz anderen Licht. Architektur und geometrische Formen, wie man sie bisher noch nicht wahrgenommen hat, oder besser noch, nicht wahrnehmen konnte.

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Wie kammst du auf die Idee Hochstände zu fotografieren, was war der Reiz daran?
Ich arbeite von Zeit zu Zeit auch als Fotograf für einen Forstverband. Bei den Shootings habe ich unweigerlich viel Zeit im Wald verbracht und viele Hochstände gesehen. Ich finde die Hochstände wirklich schön und auch wie sie da so im Wald stehen. Die Faszination am Jagen selbst hingegen kann ich nicht nachvollziehen, das ist mir persönlich zuviel rohe Gewalt. Das spiegelt sich auch in den Bildern wider. Da ist diese friedliche Stille im ruhenden Wald und dann sind da diese Hochstände. Man kann den Schuss förmlich hören … Ein Bruch der sich hoffentlich auch dem Betrachter meiner Bilder erschließt.

Wie hast du die Hochstände ausfindig gemacht?
Zuerst habe ich versucht übers Netz etwas herauszufinden. Es verhält sich aber so, dass die Jäger ihre Plätze nicht wirklich publik machen, das ist sozusagen ein Berufsgeheimnis. Es liegt wohl aber auch daran, dass die Hochstände hier und da von Tierschützern zertsört werden. Ich bin also in Wälder gefahren und losgelaufen. So ein Waldspziergang ist ja ein gute Sache – für Körper und Geist.

Alleine im Wald, da muss doch auch was passiert sein, gibt es dazu eine gute Story?
Ja, in der Tat. Bei meiner ersten Session im Winter bin ich in den Ebersberger Forst gefahren. Es war so ca. 15:30 Uhr, es wurde schon dunkler und ich hatte mich furchtbar verlaufen. Ebenfalls erwähnenswert, dass ich keine Ahnung hatte wo mein Auto stand – ich hatte es einfach am Straßenrand abgestellt und bin dann ca. 3,5 Stunden gelaufen … Nicht wirklich schlau. Jedenfalls war mir kalt, ich hatte durst und zu allem Überfluss wurden die Jäger gerade aktiv. Ich also mitten im Wald, keinen Handyempfang, in eine graue Wolljacke gekleidet und um mich rum flogen die Kugeln … Die Nummer ging zum Glück gut und ich habe mir eine signalfarbige Warnweste gekauft.

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Schaut euch unbedingt mal die anderen spannenden Arbeiten an: Website Robert Götzfried

Easywriters TV „Hi5″ meets Robert Götzfried

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