Kolumbien – oder: die heiße Affäre

By 15. Mai 2018 Easy Travel, Lifestyle, Travel

Wir waren in Kolumbien – und Kolumbien war so heiß wie eine abenteuerliche Affäre. Und doch waren wir in Gedanken immer auch woanders: bei unserer eigentlichen Liebe.

Bereits nach drei Tagen in Kolumbien stand der Introtext für diesen Reisebericht fest. Schon nach drei Tagen in Kolumbien wusste ich: Dieses Travel-Diary soll von einem wunderschönen Vergleich mit der Liebe handeln. Nur, gleich vorab: Das heißt auch, dass Kolumbien eben nicht die Liebe des Lebens ist. Kolumbien, das ist für mich wie die heiße, die abenteuerliche und aufregende Affäre.

So, da steckt man nun mittendrin in dieser Affäre. Alles ist neu, es geht teilweise heftig und dreckig zu, doch irgendwann kommt dann doch der ultimative Moment der Wahrheit: Man steht abends im Bad, putzt die Zähne, schaut sich selbst im Spiegel an – und stellt sich die Frage aller Fragen: Ist es das jetzt? Ist das die Liebe des Lebens? Eigentlich kennt man die Antwort bereits. Denn alleine schon, dass man sich diese Frage stellt, ist Antwort genug: dass sie es nicht ist. Trotzdem haben zwei Wochen Abenteuer auch ganz schön was zu bieten – also viel Spaß beim Trip durch Kolumbien mit uns.

Sicher fragt ihr euch jetzt: Was ist in den gefahren? Was soll das mit der Liebe des Lebens? Der redet doch von einem Urlaubsziel, von Kolumbien? Unsere Liebe des Lebens, das müssen wir noch kurz klarstellen, haben wir bereits in Kalifornien gefunden. Fleißige Leser haben die letzten vier Jahre sicher festgestellt, dass hier Westcoast-Fanboys am Werk sind. (Hier gibts unsere Artikel dazu)

 

Fancy Lifetime Goals und Wanderlust – nicht mit uns!

Das erste richtig große Problem behandeln wir gleich mal vorneweg: Die ganzen Berichte auf anderen Reiseblogs gleichen sich. Sie scheinen identisch geschrieben, sie ähneln sich in ihrer werblichen Pseudo-Mentalität, ihrer Konstruktion einer unauthentischen Plastikwelt und in den scheinbar vermittelten Erfahrungen. Alles der gleiche Einheitsbrei, kennst du einen, kennst du alle. So unfassbar wunderschön ist es dann dort doch immer, ja gar ein Lifetime Goal – genau, vor allem und gerade jetzt noch, bevor die große Touri-Invasion kommt. Dann wäre es ja nicht mehr so fancy und cool, dort zu sein. Weiterhin dreht sich in solchen Blogtexten alles immer um die überaus freundlichen und wunderbaren Menschen. (Zu unserer Kolumne über Travel-Blogger gehts hier entlang!)

Schaut man dann jedoch online weiter, liest man aber auch andere Geschichten: Von der Gewalt und der harten Straße, die das einst so brutale Land immer noch heimsuchen. Bloß nicht die Kamera rausholen, heißt es da! Wenn du irgendwo hinwillst, lass dir ja im Hostel ein Taxi rufen und direkt vor die Tür deines Zieles fahren, aber achte darauf, nur lizensierte Taxis zu nehmen, sonst wirst du entführt, Kopf ab, jede Woche, immer – und was weiß ich … Liest man sich jetzt noch die Reisehinweise vom Auswärtigen Amt zu Kolumbien durch, kommt einem schon der Gedanke, noch kurz sein Testament zu verfassen. Naja, um es abzukürzen: Fake-News. Trump wäre stolz. Aber mehr dazu später.

Die Planung und viel feuchtes Toilettenpapier

First: Impfungen! Das komplette Package habe ich mir in die Arme jagen lassen! Danach war für uns fünf Gringos nun also Backpacker-Style angesagt, also schnell noch den Rucksack abgecheckt und online Packlisten recherchiert und eben bei Amazon noch schnell das Wichtigste bestellt. Spanischbuch, teures Mückenspray, natürlich auch für Textilien, aber das harte mit viel Deet, einen dünnen Schlafsack, man weiß ja nie, ob man sich die Bettwanzen holt, dann auch gleich noch ein aufblasbares Kissen, genügend Kohletabletten, eine kleine Taschenlampe (das iPhone könnte ja geklaut werden), sonst steht man da nachts um 3 Uhr im Dschungel.

Ja, viel zu viel Mist, den man überhaupt nicht braucht. Mal ehrlich, es ist wie immer: Man packt viel zu viel ein, so wird es immer sein. Unser Tipp zum ultimativen Glück: feuchtes Toilettenpapier – Danke an dieser Stelle an Sebastian für den Tipp: „So viel muss man sich wert sein.“ Diese ultradünnen Travel-Handtücher, mindestens 2 Stück, denn die stinken schnell, natürlich Sonnencreme, denn die ist im Ausland immer teurer – und ja, das war’s. (So macht ihr euren Roadtrip easy!)

 

Kein Rotwein im Flieger?

Zum Flug: für den haben wir für je ca. 600 Euro hingelegt, München-Madrid-Bogota und wieder zurück, aber dieser okaye Preis hat einen Nachteil, der sich „Air Europa“ nennt. Echt miese Airline! Aber was soll’s, drei oder vier Filme und viel Rotwein, dachten wir. Denn für den Rotwein oder auch Bier muss man zahlen, ordentlich! Oh no! Wir luxusverwöhnten Backpacker Originale haben’s auch so überstanden. Das erste Hostel in Bogota natürlich im Vorfeld über booking.com gebucht (keine Werbung, aber halt echt die geilste Seite für sowas). Noch ein Tipp, wenn man als Gruppe reist: Paypal-App runterladen und dem anderen sofort alles überweisen, echt eine Innovation (und wieder mal keine Werbung).

Day Zero: Bogota

Nikki und ich (Chris) kamen irgendwann gegen 22 Uhr in Bogota an, die anderen drei – Marci, Brenner und Daniel – einen Tag später aus Panama City, sie hatten im Vorfeld schon Urlaub. Also, Bogota erstmal was futtern am Flughafen und schon standen wir da und zeigten auf irgendwelche Backwaren und waren die Attraktion, da wir außer „Vatos Locos“ und ein, zwei Sätzen aus Filmen so gut wie kein Spanisch können. Die Kolumbianer dafür können kein Englisch, also was soll’s, man muss sich halt irgendwie einig werden. Die Umrechnung COP zu Euro hatten wir schnell drin, 30.000 Pesos waren etwa 10 Euro. So kann man rechnen. Ob uns der Taxifahrer nun zum Hostel abgezogen hat, war uns herzlichst egal, wir waren am Ende und wollten erstmal ein Bier. Aber hey, das Hostel war der Hammer, saubere (sehr saubere) Betten, coole Atmosphäre, nette Leute, gutes Bier. Einen coolen Dude (Servus, Leon!) haben wir auch gleich kennengelernt, den sollten wir auf unserem Trip nochmals treffen, aber dazu später. Akklimatisiert waren wir sofort, Bogota war regnerisch und frisch, aber geschlafen haben wir wie Babys.

Der nächste Morgen: Nach dem Frühstück (war solala) wurden wir aus unserem Zimmer geworfen. Aber: Wir durften in ein Anderes im 2ten Hostel, nur ein paar Meter entfernt, da würden wir ein Doppelzimmer mit eigenem Badezimmer bekommen. Okay, machen wir halt. Was wir dann bekamen, war ein 2-stöckiges, obergeiles Zimmer mit Wohnzimmer und Bad, oben viel Platz und ein riesen Bett – Wahnsinn! Und als wir gerade eincheckten (so gegen 9 Uhr) haben wir auch die anderen drei Gringos getroffen. Nun geht es also los, unser Kolumbien Abenteuer!

 

Zeitsprung, zwei Stunden später, Vormittag 11 Uhr: Verwundert schaue ich Nikki an und frage ihn, was hier eigentlich abgeht! Unser Wohnzimmer war zum Treffpunkt geworden, wir hatten was weiß ich wie viel Bier getrunken und … naja, man muss ja nicht alles im Detail beschreiben. Es war der Hammer, wie in einem guten Film soll man mit einem Erdbeben starten und sich dann langsam steigern. Check!

Der Plan, abends in Bogotas bekanntem Baum Club steil zu gehen, war wohl von vorneherein zum Scheitern verurteilt, wir waren einfach nur noch durch und hatten Hunger, so stand also abends unser erstes Essen an, wir waren gespannt, laut anderen Reiseblogs ja unfassbar lecker das Essen hier! Unsere Bestellung: Brenner und ich eine Carne-Platte für zwei, die anderen: Burger. Unser Fazit: mehr widerlich geht nicht! Optisch eine Vollkatastrophe, qualitätsmäßig bestand das Burgerfleisch hauptsächlich aus Knorpeln und Muskelmasse, wenigstens witzig war es, sich so über das Essen auszulassen. Und weiterer Vorteil: Ich sollte ja sowieso ein paar Kilos abnehmen, da kommen mir die nächsten zwei Wochen gerade recht.

In der nächsten Folge gibt es dann Geschichten von Inlandsflügen, Nachtfahrten mit dem Bus, Touren auf dem Pferd und natürlich der City schlechthin, wenn man an Kolumbien denkt und ein Netflix-Abo besitzt: Medellín. Und in dieser Stadt war auch der Teufel los! Mehr Bilder gibts natürlich auch … nos vemos pronto!

Der Bericht #2 ist nun online: Hier entlang!

 

 

 

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