Easy Filmcheck – Dunkirk

By 1. August 2017 Music, Movie & Video

Wie war das gleich nochmals bei Hot Shots? „… was liest du da?“ – „Große Erwartungen.“ – „Und, ist es gut?“ – „Ich hab mir mehr erwartet…“. So könnte ich in einem Satz alles beschreiben. Mache ich aber nicht …

Dunkirk

Regie: Christopher Nolan
Darsteller: Fionn Whitehead, Mark Rylance, Tom Hardy, …

Ach was waren das für große Erwartungen. Ein neuer Nolan Film, dann auch noch ein Kriegsfilm, Musik von Hans Zimmer. Kann doch nur einschlagen wie eine Bombe! Aber gleich mal vorneweg: Don’t believe the hype. Ich sebst arbeite ja in einer Werbeagentur und muss sagen, die Marketingaction und Vorberichterstattung für diesen Film war schon echt wahnsinnig gut gemacht. Voller Vorfreude habe ich mir gleich das Ticket reserviert und los gings. Kriegsfilme feiere ich sowieso ab, James Ryan oder aber der fantastische „Der schmale Grat“, der alte Platoon, ach, ich mag diese Filme. Mal sehen was Nolan so in diesem Genre drauf hat.

Die Story sollte jedem Cineasten nach dem Trailer Overkill klar sein. Die französische Hafenstadt Dünkirchen ist von den Nazis eingekesselt, ca. 400.000 Soldaten warten am Strand auf Hilfe und den Abtransport. Drei Geschichten werden erzählt, darunter Tom Hardys Rolle im Luftkampf, natürlich die Sicht der Soldaten am Strand und die Rettungsaktion auf Wasser. Diese Geschichten überschneiden sich und das funktioniert ganz gut. Was ebenfalls super funktioniert, ist das „weglassen“ des Feindes, kein deutscher Soldat ist jemals richtig zu sehen, Blut und Gedärme wie in James Ryan oder Mel Gibsons „Hacksaw Ridge“ gibt es auch nicht zu sehen. Muss auch gar nicht sein. Alleine der bedrohlich ekelhafte Sound der Flugzeuge im Angriffsmodus auf den Strand ist Horror pur. Es geht gleich richtig los und das Tempo bleibt auch den ganzen Film über bestehen. Man wähnt sich als Betrachter tatsächlich mitten im Getümmel. Doch wirkliche Bezugspersonen gibt es nicht.

Außer den drei Storys und deren zeitliche Überschneidung bietet der Film wenig, um von einem Meisterwerk zu sprechen, wie es gerade jeder tut. Filmisch toll umgesetzt, starke Bilder, aber richtig „WOW“ macht es nicht. Vielleicht bin ich einfach von Nolan mehr gewohnt, vielleicht wollte ich zuviel? Auch der Score von Hans Zimmer, schon gut, aber was dieser in Interstellar geliefert hat, ist eben unschlagbar. Mhh, an was liegt es denn?

Was mich fuchst sind die 5 Sterne bei der Filmstarts Kritik. Auch andere Kritiken, die sich so überschwänglich für den Film begeistern, wundern mich. Klar, ich fand auch Deadpool richtig mies, vielleicht mit das mieseste was ich je gesehen habe, aber einen guten Filmgeschmack hab ich eigentlich schon. Deshalb würde es mich riesig freuen, wenn ihr eure Meinung zum Film abgebt. Die ehrliche Meinung.

Nochmals zu meiner eigentlichen Kritik: Tom Hardy im Flieger, man baut überhaupt keine Nähe zu ihm auf, schauspielerisch kann das auch jeder andere. Von dem Manöver am Ende des Films, als sein Flugzeug kein Treibstoff mehr hat, mal ganz abgesehen, da war ja fast schon fremdschämen angesagt. Am Strand war viel los, viel Hektik, es war richtig unangenehm, das war toll umgesetzt! Aber letztendlich bleibt mir nicht mehr übrig, als dem Film seine verdienten 3 Sterne zu geben, Kamera, die etwas andere Art der Darstellung des Schrecken des Krieges, das weglassen von zu viel Patriotismus wie etwa in „Hicksaw Ridge“, aber nochmals, ein Meisterwerk sieht anders aus. Ein Meisterwerk sollte man sich immer wieder anschauen können, nein wollen. Schade, für mich persönlich wäre viel mehr drin gewesen.

 

 

 

 

 

 

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