America the Beautiful – Nationalparks #3

By 13. Oktober 2016 Easy Travel, Lifestyle, Travel

Wild, Wild West, Baby! Wir haben uns ein Auto gemietet und gemeinsam mit unseren Freunden von Patagonia die Westküste der USA ausgecheckt – unser Fokus: die Nationalparks, zumindest ein paar davon. Viel Spaß mit #3 unseres Westcoast-Checks. Wenn Easywriter zu Easyrider werden.

von Marcel Schlegel

REVOLVERMÄNNER IM DEATH VALLEY

„Der Mann in schwarz floh durch die Wüste und der Revolvermann folgte ihm. Die Wüste war der Inbegriff aller Wüsten. Sie war riesig und schien sich Ewigkeiten in alle Richtungen bis zum Himmel zu erstrecken.“

Willkommen im Death Valley. Gut, Stephen-King-Fans werden nun aufschreien. Halt, das ist doch der Anfang von „Schwarz“, dem ersten Teil der Dark-Tower-Serie, die Stephen King selbst als sein Lebenswerk bezeichnet. Das ist doch nicht Death Valley!?!

Das ist richtig und doch ist es auch irgendwie falsch. Denn exakt so, wie Stephen King hier die Wüste beschreibt, durch die sich Roland, der Revolvermann, auf dem Weg zu seinem Turm kämpft – also eben so, wie er dieses trostlose Gegend beschreibt, sieht dieses endlose Death Valley in der Mojave-Wüste aus, finde ich. Oder so stelle ich mir das halt vor …

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HITZE UND TROCKENHEIT BRINGEN DEN TOD

Übrigens: Das epische Werk „Der Dunkle Turm“ wird gerade nach unzähligen gescheiterten Versuchen tatsächlich mit einer Serie und Kinofilmen bedacht. Meine Prognose: In ein paar Jahren gibt’s neben den ganzen Hobbit- und Star-Wars-Nerds auch zahlreiche Revolvermänner da draußen!

Den sprichwörtlichen Tod bringen im Death Valley vor allem Hitze und Trockenheit. 50 Grad und mehr sind hier an der Tagesordnung, dazu kaum Luftfeuchtigkeit und es geht ein Wind, man kommt sich vor, als ob der Teufel himself einem mit ’nem Föhn ständig ins Gesicht, ähhm, föhnt halt. Überhaupt hat das „Tal des Todes“ was von einer Szenerie aus dem Alten Testament, aber okay, lassen wir das.

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SO GROSS WIE THÜRINGEN

Der amerikanische Nationalpark, der größtenteils in Kalifornien liegt, aber auch noch Nevada streift, ist ein Ort der Superlative. Er erstreckt sich auf einer irren Fläche von 13628 km² – das entspricht in etwa dem Bundesland Thüringen, nur mal nebenbei. Der tiefste Punkt, Badwater, liegt gut 86 Meter unter dem Meeresspiegel, das ist zugleich die tiefste Stelle der USA an Land (außerhalb Alaskas). Mit dem Mount Whitney (4420m) hat das Death Valley auch einen der höchsten Punkte der Vereinigten Staaten in seinem geologischen Adventure-Programm.

Diesen bekommt man unter anderem vom Dante’s View aus zu sehen, mit dem wir Revolvermänner unsere Durchfahrt durch Death Valley gestartet haben. Von hier oben ist es kaum zu glauben, dass diese tristen, konturlosen und lebensverneinenden Canyons und Täler einmal von Flüssen ihre Form erhalten haben sollen. Ebenso kaum zu glauben, dass es hier offenbar eine artenreiche Tierwelt gibt. Wir jedenfalls haben kein Tierchen vor die Glotzer bekommen. Wer will hier schon länger als ein paar Stunden – so beeindruckend es ist – bleiben? Ein Indianer-Stamm lebt hier offenbar, das ist unfassbar. Auch kann man im Death Valley campen. Es gibt Camping-Plätzen? – noch unfassbarer. Und Gold gibt’s hier auch, eieieieieiei.

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REISENDE VERIRRTEN SICH EINST

Wer in den Park hineinfährt, muss gewappnet sein: Wasser mitnehmen, und das reichlich, den Tank voll machen, den an Sprit kommt man kaum, nur vereinzelt gibt’s Tankstellen. Und ja nicht zündeln, sonst fackelt hier alles ab. Trotz allem: Das Death Valley ist absolut sehenswert und vielleicht der für mich bis dahin beeindruckenste Nationalpark. Vor allem hat er auch einen extrem coolen Namen. Im Amiland klingt eh alles immer irgendwie cool.

Aber eine gute Frage: Woher hat das Tal eigentlich seinen „Killer-Namen“? Wir fragen Wikipedia:

„Das Tal erhielt seinen Namen, nachdem 1849 zwei Gruppen von Reisenden mit 100 Wagen eine Abkürzung suchten und dabei in das Tal gerieten. Nachdem sie wochenlang keinen Ausweg gefunden hatten und bereits gezwungen waren, mehrere ihrer Ochsen zu verspeisen, ließen sie ihre restlichen Wagen zurück und verließen das Tal über den Wingate Pass. Dabei drehte sich eine der Frauen aus der Gruppe um und rief dem Tal ein ,Goodbye, Death Valley’ hinterher. Trotz einer weitverbreiteten Legende soll niemand aus der Gruppe bei der Taldurchquerung umgekommen sein.“

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HOCH HINAUF: SAN JANCITO SEILBAHN

Wer es zwar warm mag, aber eher abwechslungsreich, dem sei erneut Palm Springs nahegelegt. Zum einen wegen des tollen Nationalparks Joshua Tree (zum ersten Teil der Serie), dann aber auch wegen eines Schmankerl, das in den Reiseführern nicht allzu oft erwähnt wird: der Mount San Jancito.

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Dieser Berg im ruhigen, aber irgendwie hippen Palm Springs, weist eine herrliche Vegetation und Vielfalt auf. Ich war noch nie in Kanada, aber so stelle ich es mir da vor: frische Luft, Stille, Bären, Elche, Eulen, Berglöwen und so, die rumhüpfen, und Natur pur. Im San Jancito State Park kann gewandert, geklettert und all das Bergzeugs gemacht werden, mich beeindruckte jedoch schon der Anfang. Auf den Berg kommt man nämlich mit einer Seilbahn, die sich direkt an den nackten Felsen entlang nach oben kämpft. Der Ausblick: großartig. Das Gefühl: unbezahlbarer als die MasterCard-Szenarien.

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ZURÜCK ÜBER DEN HIGHWAY1

Irgendwann ist immer Schluss. Schön, wenn zum Ende eines Roadtrips hin einem selbst die Fahrt Spaß macht. Nach kleinen Ausflügen nach Las Vegas (zur Review), Monterey, San Franciso und so machten wir uns über den berühmten Highway 1 auf nach Los Angeles zum LAX. Die California Route 1 schlängelt sich nahezu die ganze Zeit an der Küste entlang. Links herrliche Wälder, rechts das Meer, der Pazifik – mit tollen Schluchten, Stränden, Seelöwen, die man beim Abhängen beobachten kann und immer wieder kleinen Cowboy-Cafes. In einem dieser parken wir. Aus einem kurzen Snack wurden fast zwei Stunden, die wir der Band, die dort spielte, zuhörten. Ein gelungener Abschied mit Country-Klängen und dem ein oder anderen Drink.

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Insgesamt 1055 km lang ist der Highway 1, in dessen Verlauf man an einigen bekannten Städten und Szenerien vorbei kommt. Und indes führte die Nummer 1 nach Hause.

Bye, bye, America. Wir sagen „Tschüss“ und „Danke“ für diese tollen Erinnerung. We will be back like the Terminator.

 

Zum ersten Teil der Serie: Grand Canyon, Joshua Tree usw.

Zum zweiten Teil der Serie: Yosemite usw.

Präsentiert wird die Serie von unseren Homies von Patagonia. Alle Klamotten, die wir auf den Fotos tragen, findet ihr im Patagonia Online-Shop. Mehr zu Patagonia – in unserer Marken-Review: Ein großes Nein zur Wegwerfgesellschaft.

 

 

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