America the Beautiful #5: What we learned out on the road

By 25. Januar 2018 Easy Travel, Lifestyle, Travel

Die nächste Etappe auf unserem Roadtrip durch den Westen der USA führt uns in die Welt der Reiseblogger. Ja, richtig gehört: „Ihr Lieben, hier sind unsere Tipps für den perfekten Roadtrip. Wir sagen ,Danke’ an Icebreaker für die bequemen Klamotten“. Dass ihr das noch erleben dürft …

Fotos von Chris Jegl und Marcel Schlegel

Roadtrips in den USA? Die bequeme Art zu reisen. Nein, kein Scherz. Es gibt sicher nicht viele Ländern, in denen es so unkompliziert ist, eine kleine Reise im SUV zu machen als in den Vereinigten Staaten. SUV? Ja! Man hat da quasi keine Wahl. In den USA ist es bei Autovermietungen beinahe schwerer an einen Kleinwagen zu kommen als an Drogen oder ins Amt des Präsidenten (diese Vergleiche könnten vielleicht etwas übertrieben sein).

Navi und Motel? – Zwei Apps reichen

Was ihr wirklich braucht – außer des Fluges und eures Sprit verschlingenden Straßenkreuzers: zwei Apps. Mit der einen steckt ihr die Route ab, mit der anderen bucht ihr morgens vor dem Losfahren noch schnell das nächste Motel. Wir empfehlen, ganz kreativ und auch wenn’s vielleicht Dreckskonzerne sind, Googles Offline-Karten und Booking.com. Und dann geht’s los auf die Highways und Freeways – der grenzenlosen Freiheit entgegen, free like a bird, mit seichten Worten als schriebe sie Paulo Coelho.

 

Steht früh auf, prüft die Zeitzone – und dann ab zu Denny’s

Kaum jemand mag es, früh aufzustehen, schon gar nicht im Urlaub. Allerdings lohnt es sich vor allem dann den Wecker für die Morgenstunden zu stellen, wenn man tags darauf lange Fahrten vor sich hat: Man kommt früher an sein Ziel und hat dort noch mehr vom Tag. Und wem das meistens üppig (mit Plastikbesteck, dicken Amis und Zucker) gefüllte Frühstücksbuffet in seinem Motel nicht taugt oder der Kaffee dort mal wieder ein schwarzes Gebräu und trotzdem keine Cola ist, der kann auf der Fahrt schnell noch einen Breakfast-Break (wie im Tennis) mit Pancakes und Kaffee einlegen. Dafür gibt’s natürlich nur einen Laden: Denny’s – Amerikas Dirty Dinner # 1. Wenn die üppige, aber wunderbar sympathische Mittvierzgerin (keine Ironie!) dich schon morgens mit „Sweetheart“ anspricht und unentwegt Kaffee nachfüllt, schmilzt man doch dahin wie die Butter auf dem Pancake. Nun die sensationelle Nachricht: Denny’s gibt’s nun auch in Deutschland! What, what, what?

 

Profis wissen: Zeitumstellung beachten! Wow!

Zurück zum Thema: früh aufstehen! Auch sind Sehenswürdigkeiten, Nationalparks und sonstige Touri-Spots vormittags meistens nicht so überlaufen. Immer ein besonderes Highlight und interessant: eine noch unbekannte Stadt dann zu erreichen, wenn dort das morgendliche Treiben tobt und die Menschen zur Arbeit gehen. Fotografie-Begeisterte wissen zudem: Morgens ist das Licht besser. Ein weiterer Fehler in Ländern, in denen es einige Zeitzonen gibt: Man missachtet die Zeitumstellung zwischen einzelnen Staaten (Nevada und Arizona trennen zum Beispiel eine Stunde) – und verbockt so die eigene Tagesplanung ein bisschen.

 

Icebreaker sei Dank: Weniger ist mehr – bequemer und praktischer …

So viel wie möglich, aber so wenig wie nötig: Das gilt für jede Reise. Ganz egal, wie viele Koffer und Rucksäcke in euer Auto passen, in Sachen Gepäck ist weniger mehr. Ein gutes Beispiel: Klamotten. Seid mal ehrlich, man packt immer zu viele ein. Viel wichtiger für lange Fahrten ist, dass die Kleidung funktional und vor allem eines ist: bequem! Unsere Empfehlung: Icebreaker (siehe Fotos). Ehrlich jetzt!

Wir unterbrechen diesen Roadtrip-Bericht nun für eine kleine Werbeansage. Die Klamotten der neuseeländischen Outdoor-Marke sind unglaublich hochwertig, tragen sich easy, halten einen dank Merino-Wolle immer warm und bei heißen Temperaturen trotzdem frisch, denn das Beste: Man stinkt nie nach Schweiß und sieht super darin aus, oder?

 

Outlet-Malls machen arm – und das macht Spaß

Auch wenn man den Van mal auf einem Parkplatz abstellt, um einen Spaziergang oder eine Wanderung im Nationalpark zu machen, lohnt es sich, den Rucksack nicht zu voll zu packen. Unnötiger Ballast macht einen träge und die Reise ebenso unnötig kompliziert. Außerdem: Früher oder später landet man in den USA eh noch in einer Outlet-Mall und shoppt sich frohen Mutes in die Kreditkarten-Insolvenz. Von Vorteil dann, wenn der Koffer oder Rucksack am anfangs weitgehend leer war.

Werft einen Blick auf den Wetterbericht

Man plant eine Roadtrip-Etappe, womöglich mit einer längeren Tagesfahrt, um zum Beispiel zu einem schönen Nationalpark zu gelangen, steht dafür extra früh auf – und dann regnet dort in Strömen oder ist arschkalt. Das hätte nicht sein müssen, oder? Auf das Wetter hat man selbst natürlich keinen Einfluss – auf seine Reiseplanung aber schon. Eigentlich selbstverständlich, aber vor lauter Vorfreude vergisst man das manchmal: Werft allerspätestens morgens schnell einen Blick auf den Wetterbericht, bevor ihr losfahrt. Erstens, um die richtigen Klamotten für den Zielort parat zu haben, und weiterhin, um zu bestimmen, ob der Tagestrip überhaupt Sinn macht. Vielleicht nämlich wäre es klüger gewesen, woanders hinzufahren – dorthin, wo die Sonne scheint.

Speziell in den USA ist es beeindruckend, wie viele unterschiedliche Vegetationen an einem auf einer fünfstündigen Fahrt vorbeiziehen – grade noch bei 40 Grad auf einem Highway entlang von Arizonas Sanddünen an der mexikanischen Grenze und einige Stunden später im kühlen und feuchten Flagstaff, wo’s aussieht wie in Kanada (oder wie in dem Städtchen, in das John Rambo nach Vietnam zurückkam: „Wenn du in den Krieg ziehst, musst du selbst zum Krieg werden“).

 

Macht euch eine Playlist, aber gebt auch dem Radio eine Chance

Kennt ihr das? Man hört einen Song – und hat genau diese eine wunderschöne Naturlandschaft im Kopf, die man auf seinem Roadtrip gerade erreichte, als dieses eine Lied kam. Die richtige Playlist gibt einer Reise den passenden Soundtrack. Sie lädt diese mit Emotionen auf, die man oft nie wieder vergisst. Bei uns waren das meistens amerikanische Classic-Rock-Legenden wie Tom Petty, Bob Seger, Neil Young oder Soul-GOATs wie Al Green, Swampp Dogg oder Nina Simone. Aber auch reichlich cooler Stoner-Rock:

Hier gehts zu unserer USA-Playlist!

Immer schön, gerade auf langen Fahrten: Hörbücher und Podcasts. Und eins noch: Schaltet ab und zu auch ins lokale Radio-Programm. Denn auch jedes Land und jene Region hat ihren eigenen Soundtrack. Und der läuft so richtig authentisch – nur im Radio.

Nehmt Umwege und meidet Schnellstraßen

Was macht einen Roadtrip so besonders? – Das Unterwegssein auf den Straßen und die Möglichkeit, nicht auf den Tui-Reiseführer hören zu müssen, sondern spontan sein zu können. Dennoch werden die einzelnen Etappen eines Roadtrips manchmal zäh – besonders, wenn man versucht, stets den schnellsten Weg über die Highways zu nehmen. Denn schnell heißt nicht immer angenehm. Oft sind Schnellstraßen monoton, machen einen müde und teils ungeduldig, sodass man versucht ist, das Gaspedal etwas zu fest durchzudrücken – und Sekunden später den Cop erst im Rückspiegel und dann vor sich hat. Rasen is’ nich’ in den Staaten. Deshalb lohnt es sich fast immer, ab und zu spontan den Blinker zu setzen, in die nächstbeste Ausfahrt abzubiegen und ganz bewusst einen erfrischenden Umweg zu nehmen.

 

Im Landesinneren wartet die Wahrheit

Wohin? Im Zweifel schlägt der Kompass ins Landesinnere aus – und führt in idyllische Dörfer, über schmale Straßen und an versteckte Orte. Dort erwarten euch verlassene Szenerien und faszinierende Landschaften, die in keinem Reiseführer stehen, aber für immer in Erinnerung bleiben (oder auf einem Foto). In Utah haben wir genau diese echten Szenerien am öftesten gesehen: ein verlassenes Motel, eine Geisterstadt voller potenzieller Trump-Wähler, eine alte Tankstelle. Kein Glanz. Nur Wahrheit.

 

Legt Pausen ein in der Natur – oder an Tankstellen und Supermärkten

Wer rastet, der rostet – wer aber reist, muss auch rasten. Pausen lohnen sich immer. Vor allem, wenn man sie an den richtigen Orten einlegt. Priorität eins: in der Natur sollte es sein. Paart man diese mit einem kurzen Spaziergang zwischen dem langen Sitzen einer Fahrt, ist die Rast gleich doppelt so gesund und man kehrt frisch und aktiv zurück ans Steuer seines Vans. Alle zwei Fahrtstunden sollte man sich zumindest die Füße vertreten.

Besonders zu empfehlen: die Pause an Tankstellen oder sogar in Supermärkten einzulegen. Warum? Dort erlebt man den Alltag ungefiltert und bemerkt nicht selten kulturelle Unterschiede am deutlichsten. Gerade bei Ausflügen in Supermärkten entdeckt man teils so manches unbekannte Produkt und kann sich ganz nebenbei einige Snacks und Getränke für die Fahrt besorgen.

 

Macht Halt an Aussichtspunkten oder Raststätten

In den meisten Ländern kündigen sie Straßenschilder an: Nationalparks, lokale Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkte. Oftmals ist man dann geneigt, einfach weiter zu fahren. Denn meistens sehen die Landschaften von der Schnellstraße aus nicht so spannend aus. Ein Trugschluss – denn der Umweg, den solche spontanen Entscheidungen erfordern, lohnt sich immer. Selbst wenn es nur ein verlassener Rastplatz, der vollgemüllt ist und an dem gerade Trucker parken, auch das kann beeindruckend sein. Kurzum: Am Wegesrand findet man immer wieder Kuriositäten und unerwartete Highlights. Und was ist schöner, als etwas zu finden, von dem man nicht wusste, dass man es suchte?

 

Besucht Restaurant und Diners – und vor allem In N Out und Denny’s

Klar, Essen ist Geschmackssache! Den einen reicht ein Snack, die anderen brauchen ein gutes Restaurant. In den USA in jedem noch so kleinen Kaff: die üblichen Diner und Fast-Food-Restaurants. Wir raten euch von allen ab! Von allen! Okay, die Wahrheit. Wir lieben diese scheiß ungesunden Burger-Ketten. Trotzdem: Manchmal lohnt es sich auch in unscheinbare kleine Restaurants reinzuschauen (von denen es on the road in den USA gar nicht so viele gibt): Man kommt mit Einheimischen ins Gespräch, bekommt von diesen vielleicht sogar einen heißen Tipp für den nächsten Trip – und entdeckt nebenbei leckeres Essen, also Burger. Die Maxime: Gebt jedem noch so kleinen oder unscheinbaren Denny’s oder In N Out Burger die Chance, die besten Diner eures Roadtrips zu werden. Unser bester stand irgendwo in Utah.

 

Macht viele Fotos – und dann noch mehr

Wie kann man einen Roadtrip ein zweites Mal erleben? Indem man die Reise beim ersten Mal auf Fotos verewigt. Dabei braucht ihr nicht immer die beste Fotoausrüstung. Denn wie heißt es so schön: Die beste Kamera ist immer die, die ihr gerade in euren Händen haltet. Selbst ein Smartphone kann ausreichen. Viel wichtiger sind: das Motiv, die Bildkomposition – und vor allem auch die Tageszeit: Fotografiert morgens bei Sonnenaufgang oder zur „Golden Hour“, wenn die Sonne langsam untergeht, das Licht weich ist und der Einfallswinkel des Lichts eurem Bild eine schöne Kontur gibt – und nicht zur Mittagszeit. So genug der heuchlerischen Tipps! Knipst einfach, wird schon – ihr seid ja keine Reiseblogger und Instagram-Influencer.

„Ihr Lieben, das war’s fürs Erste mit unseren Tipps für den perfekten Roadtrip! Ich hoffe, ihr könnt damit was anfangen. Schreibt mir gerne in die ,Kommis’, Küsschen!“

So, und nun nehmt diese Liste und tretet sie in die Tonne. Die besten Roadtrips sind die, bei denen man keinen fremden Tipps folgt. Hands Down!

 

 

 

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6 Comments

  • Reply Franzi 26. Januar 2018 at 14:21

    Klasse Bilder 🙂

    • Laonda
      Reply Laonda 26. Januar 2018 at 14:45

      danke ;*

  • Reply Lena 30. Januar 2018 at 10:12

    Total cool geschrieben, ihr kommt so symphatisch rüber. Ich will auch unbedingt so einen Roadtrip machen.

    Liebe Grüße Lena von http://allaboutliife.wordpress.com/

  • Reply Kolumbien – oder: die heiße Affäre | easywriters 15. Mai 2018 at 11:48

    […] Ja, viel zu viel Mist, den man überhaupt nicht braucht. Mal ehrlich, es ist wie immer: Man packt viel zu viel ein, so wird es immer sein. Unser Tipp zum ultimativen Glück: feuchtes Toilettenpapier – Danke an dieser Stelle an Sebastian für den Tipp: „So viel muss man sich wert sein.“ Diese ultradünnen Travel-Handtücher, mindestens 2 Stück, denn die stinken schnell, natürlich Sonnencreme, denn die ist im Ausland immer teurer – und ja, das war’s. (So macht ihr euren Roadtrip easy!) […]

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